Die Bretter, die die Politik bedeuten

Auf der Suche nach dem Politischen wieselt Alexander Kluge durch die Welt- und Zeitgeschichte

TOBIAS HEYL | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Der Beruf des Politikers - so Max Weber in einem berühmten Vortrag im Januar 1919 - sei das starke Bohren harter Bretter mit Augenmaß und Leidenschaft. Kann sich jemand Alexander Kluge, den wieselflinken Ideenartisten, als Politiker vorstellen? Nun ja, seine Filme, Fernsehsendungen und Bücher, auch für belastbare Fans kaum noch zu überblicken, agieren politisch im doppelten Sinn: als Kommentare zu den laufenden Ereignissen, die sich den üblichen Gesetzen des politischen Diskurses verweigern und damit, zweitens, eine ganze eigene Sprache der Bilder, Gleichnisse und Allegorien erfinden, in der sie die öffentlichen Angelegenheiten verhandeln.

Nun also "133 politische Geschichten", auf den ersten Blick so zierlich wie Laubsägearbeiten, bei genauerer Lektüre aber doch Bohrungen in harten Brettern. Seinen Stoff findet Kluge in der Weltgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, die Akteure sind die großen Heroen von Perikles bis Obama, aber auch namenlose Adlati und völlig Unbekannte,


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