Reisen ins Herz des Kalten Krieges

Moskau: John Steinbeck und Karl Schlögel beschreiben das Russland der Jahre 1947 und 1984

ERICH KLEIN | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Das Pathos, das der amerikanische Schriftsteller und Nobelpreisträger John Steinbeck (1902-1968) an den Anfang seiner Reise nach Russland im Jahre 1947 stellte, war kaum zu überbieten: "Was gibt es in der Welt für einen ehrlichen und liberal denkenden Mann noch zu tun?"

Zur Erinnerung: Die UdSSR, soeben noch Verbündeter im Kampf gegen Hitler-Deutschland, war gerade dabei, Osteuropa zu sowjetisieren, die Welt raste auf den Kalten Krieg zu. Man lese ständig über Stalin, die Pläne des russischen Generalstabs, über Experimente mit Atomwaffen - ihn, Steinbeck, interessiere aber, was in Russland wirklich Sache sei, was die Menschen dort essen, denken, wie sie Feste feiern, all das, was "wie bei uns das ganz normale Leben ausmacht".

Die besorgten Ratschläge seiner Freunde, er würde von den "commies" verschleppt oder gleich gefoltert, schlägt Steinbeck in den Wind, allerdings fürchtet er schon beim Flug Stockholm-Leningrad ob der klapprigen sowjetischen Transportmaschine um sein Leben.


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