Es gibt ein richtiges Leben im Fälschen!

Kulturgeschichte: Rüdiger Schaper zeigt sich fasziniert von dem Fälscher Konstantin Simonides (1820 oder 24 bis 1867 oder 90)

FRITZ TRÜMPI | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Es gibt ein richtiges Leben im Fälschen! Der deutsche Publizist Rüdiger Schaper widmet der Wirklichkeitsflunkerei ein hübsches Büchlein und begab sich dazu auf die Spuren des Fälschers Konstantin Simonides. Vom biografischen Aspekt her betrachtet ist dies kein leichtes Unterfangen, denn Simonides verstand sich nicht nur bestens darauf, Schriften aus der Antike zu fälschen - genauer gesagt: zu erfinden -, sondern wandte seine fantasievolle Täuschungskunst nur allzu gerne auch auf sein eigenes Leben an.

So wurde er an mindestens zwei Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten geboren (1820 in Symi und 1824 in Hydra) und starb einmal 1867 in Alexandrien an der Lepra, ein zweites Mal hingegen 1890 in Albanien. Dazwischen - und dies ist vielleicht die einzige biografische Gewissheit - lag ein abenteuerliches Leben, das einem äußerst kunstvollen Umgang mit Wahrheit und Wirklichkeit verschrieben war.

Simonides wurde in das von einer Amour fou

für alles Alte befallene, beginnende 19. Jahrhundert


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