Von der unauffälligen Pflege der Hände und Zähne

In seinem ersten Roman, "Eine Frage der Höflichkeit", zeichnet Amor Towles ein eher blasses Bild des New York der 30er-Jahre

KARL DUFFEK | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

New York City, 1966. Kate besucht eine Ausstellung des Fotografen Walker Evans, der in zahlreichen berühmten Bildern die Zeit der Depression dokumentiert hat. Dort entdeckt sie zwei Aufnahmen eines Mannes, den sie vor langer Zeit gekannt hat. Sie erinnert sich an eben jenen Tinker Grey, den sie und ihre enge Freundin Eve in der Neujahrsnacht 1938 trafen.

"Eve sah ihn als Erste. Sie drehte sich gerade um und machte eine Bemerkung, als sie ihn über meine Schulter hinweg erblickte. Sie trat mich gegen das Schienbein und deutete mit dem Kopf in seine Richtung. Ich rückte meinen Stuhl rum. ( ) 'Meiner', sagte Eve."

Die beiden jungen, gutaussehenden, freilich nicht gerade begüterten Frauen bringen dem charmanten, doch dezenten Banker bei, wie man ohne zu bezahlen in ein Kino und günstig zu Mahlzeiten kommt. Im Gegenzug verschafft er ihnen Zutritt in die mondäne Welt der Clubs und Partys.

So entwickelt sich eine enge und unbeschwerte Freundschaft, die durch einen Unfall jäh verändert wird.


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