Neues von der bösen Mutter

In "Das Antwerpener Testament" erzählt Evelyn Grill die Gruselgeschichte einer Familie in Form eines Jahrhundertromans

KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dominierten in der Literatur ja eher der Entwicklung ihres Nachwuchses abträgliche Väter - nun holen die Mutterfiguren auf. Im Herbst 2010 erhielt "Rabenliebe" von Peter Wawerzinek den Deutschen Buchpreis, und Ayelet Waldmans und Elisabeth Badinters Kampfschriften "Böse Mütter" bzw. "Der Konflikt. Die Frau und die Mutter" beschäftigten die Feuilletons, im Januar noch überboten von den Reaktionen auf "Tigermutter" Amy Chua (siehe Rezension im Sachbuchteil, S. 34).

Evelyn Grill, in Kritiken regelmäßig für ihre Bosheit gelobt, ist keine Novizin auf diesem Gebiet. Bereits in ihrem letzten Roman "Das römische Licht" (2008) regierte im Hintergrund eine dominante und rücksichtslose Mutter das Leben der Tochter. In ihrem neuen Roman "Das Antwerpener Testament" zieht Henriette Stanley, eine tiefgläubige Katholikin aus einer Antwerpener Reederfamilie, die Fäden der Tragödie ihrer Kinder.

Zu Henriettes Begräbnis im Jahre 1983 treffen im englischen


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