Gott versus Bucky Cantor und das Virus gegen alle

In "Nemesis" lässt Philip Roth die Kinderlähmung in Newark ausbrechen und über Schicksal, Schuld und Sühne nachdenken

KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 10/11 vom 09.03.2011

Newark liegt in etwa auf Höhe des Union Square, nur rund zwölf Kilometer weiter westlich, aber verglichen mit New York ist Newark natürlich ein Kaff: Keine 300. 000 Einwohner zählt die größte Stadt von New Jersey heute. Allerdings finden sich unter den Söhnen und Töchtern der Stadt erstaunlich viele Zelebritäten aus dem Show-Biz: von Jerry Lewis, Eva Marie Saint oder Brian de Palma bis zu Sarah Vaughan, Wayne Shorter und Whitney Houston. Der Newarker aller Newarker aber ist der ewige Leider-nein-Nobelpreisträger Philip Roth, der seine Geburtsstadt immer wieder zum Schauplatz seiner Bücher gemacht hat, zuletzt in "Nemesis", das im Vorjahr im Original und soeben in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Die topografischen Gegensätze prägen den jüngsten der seit 2006 im Jahrestakt erscheinenden Romane Roths gleich mehrfach: Die hochinfektiöse Poliomyelitis (die vor der Entwicklung der Schluckimpfung in den frühen 60ern nicht nur zu bleibenden Schäden, sondern vielfach zum Tod


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