Neu im Kino

Beat für Begriffsstutzige: genuscheltes "Howl“

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Allen Ginsbergs "Howl“ war ein Hauptwerk der Beat-Literatur und - als Gegenstand eines Gerichtsprozesses wegen Obszönität 1957 - Präzedenzfall der im Entstehen begriffenen US-Gegenkultur. Robert Epsteins und Jeffrey Friedmanns "Howl“ will das künstlerisch-historische Ereignis dieses Gedichts näherbringen und stellt es doch in eine luftdichte Gedenkvitrine: Rückblenden und nachgestellte Interviews leiten das Werk aus des Künstlers Leben ab, Animation illustriert Wortbilder, und stargespickte Spielszenen erzählen den Prozess als risikoarmes Drama über die Freiheit der Kunst. Aufschlussreich ist "Howl“ als Beleg einer anhaltenden popkulturellen Hingabe an die fesche Repression der 50er und frühen 60er. Schön genuschelt statt geheult wird das Poem immerhin von Ginsberg-Darsteller James Franco.

Ab Fr im Stadtkino Wien (OmU)


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