Neu im Kino

Psychedelische Kraft-meierei: "Enter the Void“

Lexikon | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Stell dir vor, du siehst einen Film durch die Augen des Protagonisten, und der wird in der ersten halben Stunde erschossen. Für auteur provocateur Gaspar Noé beginnt er damit erst richtig. Mit der Seele des Kleindealers Oscar schwebt die Kamera in schwindelerregenden Pirouetten über einem flipperautomatenbunten Tokio, taumelt durch Erinnerungen und Visionen, deren Anker die geliebte Schwester Linda ist. "Enter the Void“ ist ein Anschlag aufs Sensorium, und der Bildschirmschoner-im-Technoclub-Look sollte auf der Leinwand des Gartenbau eine Weile prächtig funktionieren. Fad wird es trotzdem. Weil durch den psychedelischen Wackelpudding kaum Emotionen oder Ideen dringen. Stattdessen führt hier jeder Trip zurück in den Mutterschoß. JS

Ab Fr im Gartenbaukino (OF)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige