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Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Linkslastig

Österreichs Außenpolitik besteht leider bloß in der Hoffnung auf einen baldigen EG-Beitritt.“ So kam es, dass - im Urteil Oliver Lehmanns - sie auch ignorierte, was sich in Jugoslawien abzuzeichnen begann: die Auflösung dieses Staates. Dieses Problem gibt es nicht mehr, oder in anderer Form.

Manches ändert sich nie. "Karl Wendl berichtet im Kurier nun nicht mehr vom ‚Wüstensturm‘, sondern vom ‚Drama am Golf‘. Sein wahres, ganz persönliches Drama schildert er am 10.3.: Mitten in der Wüste gibt sein geliehener Honda Civic den Geist auf. Da schaukelt auch schon ein Buskonvoi mit irakischen Kriegsgefangenen vorbei, und ‚was danach passiert, ist an Hilfsbereitschaft kaum mehr zu überbieten‘. Saudische Soldaten ‚lassen den Krieg Krieg sein, bauen den Kühler aus und wollen die gebrochene Stelle von Pionieren schweißen lassen‘. Die ist aber aus Hartplastik. ‚Sch…‘, flucht Wendl, die Saudis versuchen zwar noch ihr Glück mit geschmolzenen Streifen ihrer Plastikteller, doch auch das hilft nichts. ‚Weil sie wissen, dass ich ohne Auto in der gottverlassenen Wüste chancenlos bin‘, schleppen die Hilfsbereiten Wendl bis ins nächste Lager ab. Dort stellt er seine ultimative Frage zum Thema irakische Gräueltaten. ‚Ich frage einen älteren Iraki, wie man diese Verbrechen bestrafen soll. Er darauf: ‚Inschallah. Allah weiß es.‘“ Heute berichtet Wendl aus Libyen, Allah und Fellner wissen es.

Caspar Einem kritisierte die Wiener Arbeiterkammer, die er soeben in Richtung Privatwirtschaft verlassen hatte; bald sollte er als Staatssekretär in der Politik wieder auftauchen. Einem ganz anderen Phänomen widmete sich Wolfgang Koch: dem Linksphänomen, der Linkslastigkeit der Natur. Er berichtete über Forschungsergebnisse des Mikrobiologen Siegfried Wachtel, der zum Beispiel in einer Untersuchung an 96 kalifornischen Rechtshändern herausgefunden hatte, dass Lernen erschwert wird, wenn Musik nur mit dem rechten Ohr aufgenommen wird. AT


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