Seinesgleichen geschieht  

Weltaufmerksamkeitsschmelze. Zur japanischen Katastrophe

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Die Katastrophe und nichts als die Katastrophe. Man ist umstellt von Meldungen und Meinungen. Interpretationen winken aus der Ferne. Reporter werden, je näher sie der Sache kommen, umso stiller. Die betroffene japanische Bevölkerung verhält sich auf eine Art bewundernswert ruhig, die wir hier entweder nicht richtig verstehen oder überinterpretieren. Jedenfalls könnte der Kontrast zu dem Heulen, Schluchzen und Zähneknirschen, das in unserer westlichen Welt bei einem solchen Anlass zu hören wäre, nicht größer sein.

In der Früh hört man das Frühjournal, am Abend die Sondersendung. Dazwischen ist man live auf Twitter dabei. Die aktuellen Krisenkonjunkturen schwanken wie die Börsenkurse, die jedenfalls gestützt werden müssen. Kernschmelze, gut und schön, aber der Nikkei-Index darf nicht abstürzen! Natürlich stürzt er ab, Katastrophe schlägt Krieg, die Spieler decken sich anschließend mit billigen japanischen Aktien ein. Die nordafrikanische Revolution/Abteilung Libyen ist

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