Lieber Herr Kardinal, wo bleibt Ihr Mut?

Falter & Meinung | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Warum redet Christoph Schönborn nicht ganz offen über das Unrecht im Umgang mit Fremden?

Aufforderung: Peter Henisch

D ie Zeitungslektüre am vergangenen Freitag beginnt vielversprechend. Am oberen Rand ihrer Titelseite kündigt die Presse ein interessantes Interview an. "Kardinal Schönborn“, heißt es, "kritisiert den mangelnden Mut der Politiker. Und den mangelnden Mut der Bürger, sich zu Wort zu melden.“

Endlich, denke ich, endlich macht einer, der - zumindest kraft seines Amtes und seiner Autorität - gehört werden wird, den Mund auf. In der Nacht davor habe ich in einem Internet-Blog eine Dokumentation über etwas gefunden, das in kalten Zeiten wie diesen beinah schon zum Alltag gehört. Amtshandlung der Fremdenpolizei im "Freunde schützen“-Haus: Eine tschetschenische Familie sollte in aller Herrgottsfrüh abgeholt und abgeschoben werden. Das wurde gerade noch einmal verhindert, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

"Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“, sagt der Kardinal


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