Ein Liquidator aus Wien blickt nach Fukushima

Politik | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Einst dirigierte Iouli Andreev als Oberst den Hilfseinsatz in Tschernobyl. Japans Informationspolitik traut er nicht

Bericht: Joseph Gepp

Iouli Andreev, 73, steht jetzt am Ufer der Alten Donau und klettert auf sein Segelboot: "Heute bin ich kein Oberst der Roten Armee mehr“, sagt er, "sondern mein eigener Kapitän.“

25 Jahre ist es her, dass Andreev der Sowjetarmee diente - in Tschernobyl. Sein letzter Einsatz kommt ihm dieser Tage wieder in den Sinn.

Der stämmige Mann stand der nuklearen Notfalltruppe vor. Im April 1986 war er einer der ersten Soldaten vor Ort. Vom nahen Prypjat aus befehligte er fünf Jahre die Katastrophenbewältigung. Heute liegt die Kleinstadt überwuchert in einer verbotenen Zone, ein zugewachsener Rummelplatz erinnert an das Stadtleben von einst.

Nach der Wende übersiedelte Andreev nach Wien, um an Universitäten zu unterrichten. Wie erlebt er die Katastrophe in Japan? "Ein Aspekt erinnert mich an Tschernobyl: die Informationspolitik.“ In der Absicht, Panik zu


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