Im Namen der Opfer

Politik | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Vor einem Jahr rollte eine Welle kirchlicher Missbrauchsskandale über Österreich. Wie zwei Initiativen seither auf unterschiedliche Weise für die Opfer arbeiten - und gegeneinander

Bericht: Stefan Apfl

Am Anfang war das Chaos. Die Telefone läuteten in den ersten Tagen viele hunderte Male, die digitalen Posteingänge quollen über. Die Mehrheit der Anrufer waren Männer, die Ereignisse lagen meist 30, 40 Jahre zurück. Sie erzählten über Faustschläge und Peitschenhiebe, über Streicheleinheiten und Vergewaltigungen.

Manche weinten, andere schrien, sie wollten Geld oder bloß ein offenes Ohr. Was sie miteinander gemein hatten: Sie alle waren mutmaßliche Opfer von Priestern und Nonnen, von Präfekten und Bischöfen, Opfer kirchlichen Missbrauchs. Nein, sagen Herwig Hösele und Jakob Purkarthofer, die Vertreter der beiden größten österreichischen Opferorganisationen, mit solch einer Flut von Vorwürfen hätten sie nie gerechnet. Dies ist dann aber auch schon das Einzige, worin sich


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