Mediaforschung  

Herr Kutil, wie bringen Sie den Österreichern Ihr Keks nahe?

Nachfragekolumne

Medien | Barbara Schellner | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Ein süßer blonder Bub sitzt vor seinem ebenso süßen Hund und zeigt ihm, wie man ein Oreo-Keks richtig isst: Zuerst die zwei Kekse aufdrehen, dann die weiße Cremefüllung abschlecken und dann das Doppelkeks in ein Glas Milch eintauchen. Der Hund geht leer aus, auch das zweite Keks ist schnell verputzt. Dann spricht eine Stimme aus dem Off: "Oreo. Einzigartig.“ Oreos gibt es in den USA bereits seit 1912, auf der ganzen Welt sind sie fast überall erhältlich, nur in Österreich hat es wie immer länger gedauert. Jetzt gibt es sie auch im Supermarkt - damit sich die österreichischen Konsumenten nicht überfordert fühlen, bringt die Werbung gleich eine Anweisung, wie man die Kekse mit Cremefüllung richtig verschlingt.

Warum hat die Markteinführung so lange gedauert, Herr Kutil? "Kraft Foods hat die Geschäftsverantwortung für Oreo erst dieses Jahr übernommen, da wir uns zuvor auf den Launch der Milka-Kekse und von Mikado konzentrieren wollten“, erklärt Andreas Kutil, Managing Director von Kraft Foods Österreich. Die aktuelle Kampagne soll betonen, dass Oreo nicht ein Keks wie jedes andere sei: "Mit dem Oreo-Ritual, drehen, lecken, eintauchen, macht das Keksessen mehr Spaß“, meint Kutil. Er behauptet übrigens, seine Kekse auch stets in Milch zu tunken, wie sich das gehört. "Leider ist das nicht immer möglich, beim Autofahren und im Kino muss ich dann leider darauf verzichten“, sagt der Managing Director.

Kraft Foods hat jedenfalls sehr darauf geachtet, den Österreichern das Keks nahezubringen. So wurde der aktuelle TV-Spot eigens neu vertont. Der blonde Bub sprach in der Originalfassung zu sehr Hochdeutsch, also erhielt er eine neue Stimme. Der Hund hingegen war waschechter Bayer - der darf weiterhin im Originalton Bayrisch bellen.


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