Vor lauter Rahmen sieht man die Handlung nicht mehr

Feuilleton | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Botho Strauß verteidigt die Liebe gegen das Internet: die Uraufführung "Das blinde Geschehen“ im Burgtheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Wäre Botho Strauß, 66, Musiker, dann wäre er einer dieser Prog-Rock-Superstars aus den Seventies. Er hätte sich längst auf sein Landgut zurückgezogen und interessierte sich für die aktuelle Musikszene herzlich wenig. Nur noch alle heiligen Zeiten brächte er ein neues Album heraus, auf dem der alte Zauber nur noch zu erahnen wäre, das von seinen Hardcorefans aber trotzdem wie ein wertvolles Geschenk empfangen würde.

Zu Letzteren zählt Matthias Hartmann, der am Burgtheater jetzt mit großem Aufwand Strauß’ jüngstes Drama "Das blinde Geschehen“ zur Uraufführung gebracht hat. In den 70er- und 80er-Jahren hatte Strauß das Theater höchst erfolgreich mit intellektuellem Boulevard ("Kalldewey, Farce“, "Die Zeit und das Zimmer“) beliefert; in seinen besten Stücken lieferte er mit der Beziehungskomödie auch noch die Gesellschaftsanalyse


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