Eine nach Spanien ausgewanderte Marokkanerin erzählt vom Herbst des Patriarchen

Feuilleton | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Buchkritik: Julia Zarbach

Najat El Hachmi hat sich in ihrem 2008 erschienenen Debütroman "Der letzte Patriarch“ wohl ihre eigene Lebensgeschichte von der Seele geschrieben: Die marokkanische Familie, die nach Katalonien auswandert, hat die Autorin auf jeden Fall mit ihrer Erzählerin gemein. Neben der Frage nach Identität und Assimilierung geht es hier vor allem um die stumpfsinnige Gewalt der patriarchalen Herrschaft des Vaters, der seine Familie einem unmenschlichen Martyrium aussetzt und die eine lange Tradition hat.

Um deren Ursachen besser zu verstehen, rollt die Erzählerin ihre Geschichte von der Elterngeneration her auf, beginnend mit ihrem Vater Mimoun, der nicht ahnt, dass er der Letzte in der Ahnenreihe der Patriarchen ist: "Keiner seiner Söhne würde sich mehr mit dem autoritären Geist identifizieren, der ihm vorausgegangen war.“ Zuvor wird dieses Muster von dem jähzornigen Schläger und schamlosen Betrüger noch einmal gnadenlos exekutiert. El Hachmi verschont den Leser


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