Nüchtern betrachtet

Wer sich blosz beschwert, der lebt gewisz verkehrt

Feuilleton | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Das Konzept "Lebenslanges Lernen“ nervt, weil lernen sollen doch erst mal die, die gar nix können. Unsereins hat dieses Stadium ja hinter sich. Andererseits soll man nicht darauf vertrauen, dass einem die in der zweiten Lebenshälfte kumulierten Versäumnisse irgendwann einmal als Charakterstärke ausgelegt werden. Man muss gewiss nicht jeden Scheiß mitmachen, bloß weil er neu ist, aber wer kommunikationstechnisch in der Ära von Fax und Floppy Disc steckengeblieben ist, wird kaum als altersradikaler Kulturkritiker durchgehen, sondern allenfalls als Schrull belächelt werden.

Gefährlich ist es, als müder Modernisierungsmitläufer alles halberzig so lange mitzumachen, bis es einem zu kompliziert oder zu blöd geworden ist. Dann merken es nämlich alle: zu doof fürs Smartphone! Gerade die mediokre Mitmachmeute ist aber nicht antizipationsstark genug, um rechtzeitig abzuspringen. Wer schlau


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