Kontra: Urbanität und metropolitane Dichte statt Fußgängerzone


Matthias Dusini
Stadtleben | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Elegant gekleidete Herren, Damen im kleinen Schwarzen: Auf der Via Veneto ist das dekadente Rom zu Hause. Könnte man sich Marcello Mastroianni vorstellen, wie er in Federico Fellinis Film "La Dolce Vita“ mit der U-Bahn in die Cocktailbar kommt? Die Römer haben die Via Veneto, die Wiener die Fußgängerzone. An obrigkeitsstaatliche Regulierungen gewöhnt, möchten sie ihre innerstädtischen Bezirke in Dorfplätze verwandeln und verzichten damit auf die urbane Qualität - auf das Aufeinanderprallen von Gegensätzen.

Die Mariahilfer Straße ist eine der wenigen Zonen Wiens, in denen ein Gefühl metropolitaner Dichte entsteht. Rücksichtslose Radfahrer lernen hier, dass sie nicht allein auf der Welt sind. Wohlhabend trifft auf notbedürftig, der Powershopper auf den Bettelpunk, die Gratiszeitungsverkäuferin auf die Tierschützerin und - der Autofahrer auf den Fußgänger. Auch durch die Diebe, Prediger - und Kutscher! - wurde einst der Markt zum Zentrum der mittelalterlichen Stadt.

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