Winntätsch

Extra | aus FALTER 11/11 vom 16.03.2011

Wer etwas auf sich hält, trägt die alten Sachen von fremden Leuten.

Das grüne Sakko hat er am Flohmarkt gekauft, sagt D. und strahlt. Hat nur ein paar Euro gekostet und ein Zweites - braun mit gelben Nähten - gab‘s gratis obendrauf. Und weil D. immer weiß, was sich szenemäßig gehört, bedeutet das: Wer heute etwas auf sich hält, trägt keine Marken, sondern die alten Sachen von fremden Leuten. Das hieß früher Second-Hand und heißt jetzt Vintage (Österreichisch: Winntätsch). Und während Mama früher in die Tauschzentrale ging, um günstige Skischuhe für den Nachwuchs zu bekommen, geht man heute in Wien zum "Flohmarkt“ ins Schikaneder, ins Café Nil oder in die Transporter Bar. Denn das ist nicht nur günstig, lässig und irgendwie nachhaltig, sondern auch ideal zum Nette-Jungs-und-Mädels-Kennenlernen. Und nicht vergessen: Wenn dich jemand fragt, wo du deine neue 300-Euro-Diesel-Jacke her hast, sagst du einfach: "Vom Flohmarkt. Im Schikaneder.“


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