Musiktheater Kritik

Eindeutig zwiespältig: Rodelinda an der Wien

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

In der Oper scheint alles Unmögliche möglich. Und doch staunt man, wenn nach langen Stunden der Tyrannei, des angedrohten Kindsmords und der ständigen Gewalt, Unterdrücker und Unterdrückte in Friede, Freude, Edelmut Versöhnung feiern. Vater und Sohn Harnoncourt, die G.F. Händels "Rodelinda“ musikalisch wie szenisch betreuen, verstärken den ambivalenten Eindruck. Die Inszenierung schlingert mit rüdem Realismus, enervierender Betriebsamkeit und albernen Ironien durch das Werk. Hier wird viel gezeigt, aber nichts erzählt. Und weil Harnoncourt d.Ä. und sein Concentus Musicus erst im dritten Akt mitreißen, ist man nicht sicher, wie sehr ihnen "Rodelinda“ ein Anliegen ist. Immerhin, die Sänger singen ausgezeichnet.

Theater an der Wien, Sa, Di, Do 19.00


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