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Lexikon | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Kurz besprochen: west-, ost- und mittelsüdslawische Literatur

Serbien

Goran Petrovic: Die Villa am Rande der Zeit. Deutsch von Susanne Böhm-Milosavljevic. dtv, 400 S., € 15,40

Adam Lozanic’ Mutter meint, die Lektüre eines Buches an einem Dienstag bringe Unglück. Der Slawistikstudent selbst ist für den mysteriösen Auftrag, den Roman eines gewissen Anastas S. Branica umzuschreiben, allerdings gerüstet. Damit beginnt ein 400 Seiten langes Spiegelspiel - Schauplatz ist Belgrad um 1900, in den königlichen 30er-Jahren und in der kommunistischen Nachkriegszeit. Ein Schriftsteller erschreibt für seine Geliebte eine Villa und ertrinkt in der Donau; ein Buchhändler rettet Bücher aus der bombardierten Nationalbibliothek; eine Sängerin stirbt ob der Enteignung des Landes. Goran Petrovic gelingt es, magischen Realismus à la Borges in die große Romanform zu transformieren und zu suggerieren, man komme dem Sinn aller Geschichte literarisch auf die Schliche. Vorgetragen wird das Ganze


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