Buch der Stunde

Die Lethargie zwingt alle in die Knie

Lexikon | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Vor sieben Jahren wurde Wojciech Kuczok in Polen mit seinem ersten Roman "Dreckskerl“ zum Star und ließ nicht nur ein Drehbuch, sondern noch zwei Erzählbände folgen. Danach herrschte Schweigen. Kuczok fand erst einmal nicht zurück zur Literatur. Schon so manche Schreibkrise löste sich aber im Schreiben über die Krise selbst. "Lethargie“, Kuczoks zweiter Roman, trägt zugleich den Befund im Titel, wie es als Buch Zeugnis der erfolgreichen Therapie ist.

Drei Geschichten erzählt der 1972 geborene Autor, und drei Figuren stellt er zunächst zusammenhanglos nebeneinander. Da ist einmal Adam, ein junger Orthopäde. Er hat es geschafft - vom Dorf in die Stadt, vom Sohn einfacher Eltern zum Arzt. Er steht noch immer unter dem Bann seiner Herkunft und erwacht erst, als er sich Hals über Kopf in einen halbstarken Burschen verliebt.

Die zweite Figur dieses Episodenromans heißt Rosa und ist eine Schauspielerin, die an Narkolepsie, vor allem aber unter ihrem Ehemann leidet, der sie nach Strich


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