Ohren auf  

Ein sanfter Mann, der auch anders kann

Sammelkritik


Klaus Nüchtern
Lexikon | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Wie man sich das Paris der 50er-Jahre vorzustellen hat, wissen wir aus dem Kino: Junge Menschen in Rollis reden, reden, reden und rauchen filterlose Gitanes; hin und wieder räkelt sich eine Frau mit Pagenkopf zu den Tönen, die einem Tenorsaxofonisten aus der Tröte tropfen. Den Soundtrack dazu liefert die bei Universal erschienene und 30 CDs umfassende "Jazz in Paris IIII Collector’s Edition“, auf der etwa der Tenorsaxofonist und Flötist Bobby Jaspar mehrfach vertreten ist. "He sounded like Lester Young might have done if Lester had been Belgian“, weiß der "Penguin Jazz Guide“ über den nach einer Herzoperation im Alter von 37 Jahren verstorbenen Musiker, der also wohl Böbbi Schahspahr ausgesprochen wird und auf "Modern Jazz au Club Saint Germain“ gemeinsam mit seiner frankophonen All Stars Band diese Charakterisierung eindrucksvoll bestätigt: Die hellwache Schläfrigkeit und grandiose Faulheit, mit der Jaspar sein Solo über Milt Jacksons Klassiker "Bag’s Groove“ intoniert,

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