Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Man soll den Schweinkram nicht den Männern überlassen. Ob sich Nicole Scheyerer das programmatisch vorgenommen hat oder ob ihr das Thema Nackigmachen in Fotografie und Performance im Laufe der letzten Jahre irgendwie zugewachsen ist (siehe Seite 27ff.), entzieht sich meiner Kenntnis, fällt aber auf. Vor vielen Jahren war es in der Redaktion zu mittelstarker Aufregung über den Einsatz eines rustikalen monovokalen Austriazismus für das weibliche Geschlechtsorgan auf der Aufmacherseite des Feuilletons gekommen, das damals noch "Kultur“ hieß; die große Pornografiegeschichte, die Scheyerer dann 2009 schrieb ("Cum together“), hatte von Christian Sulzenbacher einen dezidiert phallischen Satzspiegel verpasst bekommen - worüber Scheyerer wegen ihres doch eher vaginazentrischen Zugangs nicht allzu begeistert war, was uns aber immerhin einen "European Newspaper Award für vorbildliches Konzept und Design“ eintrug.

Nun zeigt sich Scheyerer von der "tittenlastigsten Falter-Story seit Menschengedenken“ (ihre Worte) sehr angetan. Tagelang und vor allem bis tief in die Nacht (da die entsprechenden Performances eher round midnight und später beginnen) hatte sie sich gemeinsam mit Fotografin Julia Fuchs in den entsprechenden Etablissements herumgetrieben und fühlte sich zuletzt schon, als hätte sie einen zweiwöchigen Intensivkurs in Burlesque absolviert. Wir harren jedenfalls schon gespannt der Dinge, die da noch folgen mögen. Ob da eventuell eine Neigungsgruppe Burlesque im Entstehen ist, die der IG Yoga den Kampf ansagt?! Mal sehen.


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