Kommentar 

Literatur als Event: zwischen Wohnzimmer und Wettbewerb

Kulturkritik


Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Um die Kultur muss man sich Sorgen machen. Immer. Sei’s, weil die Etats schrumpfen, sei’s, weil die mediale Aufmerksamkeit zu gering, sei’s, weil sie zu hoch ist. Dann nämlich wird das je Eigene der diversen Künste einem kunstfernen Zwecken verpflichteten Medienapparat ausgeliefert und läuft Gefahr, von diesem vernichtet zu werden.

Im Literaturbetrieb stoßen mediale Inszenierungen vielleicht deswegen auf besonders große Skepsis, weil die Produktion und Rezeption von Belletristik eigentlich eine höchst individuelle Angelegenheit ist und auf die Versammlung größerer Menschenmengen sehr gut verzichten kann. Der dem "Eigentlichen“ verpflichtete Kulturmensch sieht das Buch am liebsten in den Händen eines einsamen Lesers, der sich vielleicht ein schönes Glas Wein eingeschenkt, den Fernseher aber abgeschaltet hat.

Vergangene Woche nun konnte man zwei Inszenierungen von Literatur erleben, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: Wo der Preis der Leipziger Buchmesse, der diesmal

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