Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | Petra Sturm | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Plutonium über alles

Es ist das bekannteste Buch des vehementen Atomgegners und Zukunftsforschers Robert Jungk. Im investigativen Stil, angereichert mit Augenzeugenberichten und Gerichtsprotokollen, stellt er die Protagonisten seines Atomstaates vor: die Atombürger, die Spieler, die Eingeschüchterten, die Weiterverbreiter, die Überwachten und die Atomterroristen. Seine Bestandsaufnahme von 1977 zeichnet ein beängstigendes Bild aus Störfällen, überfüllten Auffanglagern, verunsicherten Bauern und Fischern aus La Hague, Plutoniumjägern, Atommülltransporten, unverantwortlichen Experten und Politikern. Jungk bezweifelt zu Recht, dass es vollautomatisierte Kernkraftwerke geben kann, die sich selbst instandhalten und reparieren, und auch, dass es den Menschentypus geben kann, der dieser Gefahr sicher gegenübertreten kann.

Robert Jungk: Der Atomstaat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit. Kindler, 243 S., derzeit vergriffen


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