Mediaforschung

Wie cool müssen Bugaboo-Besitzer sein, Frau Hofland?

Nachfragekolumne

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Der Kinderwagenmarkt ist heiß umkämpft, und wie bei allem, was sich auf vier Rädern fortbewegt, geht es natürlich auch um Technik, aber in erster Linie um Design. Schön soll er sein, der Kinderwagen, und vor allem, in Zeiten von neuen Vätern, cool. Die Firma, die das als Erstes erkannte, war das niederländische Unternehmen Bugaboo. Gründer Max Barenbrug war angeblich von den gängigen Blümchenromantik-Schiebern so entsetzt, dass er beschloss, den ultimativen Gegenentwurf zu liefern. Alu, schwarzes Plastik, Blockfarben - fertig war das Papamobil, das inzwischen in Wien und Berlin an jeder zweiten Ecke parkt.

Mit dem Erfolg kommen die Probleme. Wie hält man die Marke cool, wenn man im gehobenen Massenmarkt angekommen ist? Die Antwort: mit limitierten Spezialeditionen. Die jüngste heißt "True Blue“, Erkennungszeichen ist der Bezug aus dunklem Denimstoff.

Sehenswert für Konsumanthropologen ist vor allem der dazugehörige Werbespot. Da streunen zwei nachlässig frisierte Beaus zum Song "Modern Guilt“ von Beck mit ihren Bugaboos durch die Großstadt. Ihre Babys sind Nebensache, es geht um den Mann und sein schickes Gefährt. Keine Windeltasche, kein Baby-Rucksack, kein Einkaufsnetz stört den Catwalk am Gehsteig. Das schaut großartig aus, aber jeder, der Kinder hat, weiß, die Realität ist eine andere.

"Dieser Spot repräsentiert alles, was Denim ausmacht. Roh, trendig, industriell, kein Schnickschnack“, sagt Linda Hofland, Bugaboo-Kommunikationschefin. Trost für alle Mütter: Gemeinsam mit der Kosmetikmarke uslu airlines hat Bugaboo den passenden Nagellack zur "True Blue“-Edition kreiert, in dunklem Jeansblau. So bleiben auch die Mamas trendig bis in die Fingerspitzen, selbst wenn ihr Bugaboo vollbepackt ist.


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