"Es gibt keine glaubhaften Helden“

Medien | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, über spießige 68er, die Vertreibung politischer Talente und die Fehleinschätzungen des Internet

Gespräch: Florian Klenk Armin Thurnher

Die Zeit residiert im Hamburger Speersort, einem wuchtigen Backsteinbau. Eine "Stimme der Vernunft“ will das Blatt in Zeiten wie diesen sein. Vor allem die Hatz gegen Politiker stört Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo. Er wittert darin eine große Gefahr der Diskreditierung der politischen Klasse, die letztlich nur Populisten dient.

Falter: Herr di Lorenzo, Sie haben mit dem SZ-Kolumnisten Axel Hacke ein Buch mit dem Titel "Wofür stehst Du?“ geschrieben. Der Versuch, einen Wertekanon zu verfassen?

Giovanni di Lorenzo: Bloß nicht, die Suche nach den Werten unseres Lebens war schon schwer genug. Der Ausgangspunkt des Buches war das Unbehagen über einen Vorwurf, der von Älteren, gerne auch von 68ern, gegen meine Generation, aber auch gegen Jüngere erhoben wird: dass wir so flexibel und pragmatisch seien, dass


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