Technik

Da fliegen einem die Kugeln wirklich um die Ohren

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Prüfbericht: Thomas Vasek

Drei Dimensionen sind ziemlich praktisch. Man hat immer genug Platz. Zweidimensionales Bergsteigen zum Beispiel wäre blöd, Fußballspielen unlustig, Geschlechtsverkehr eine platte Sache. Kurz gesagt: Das Leben in mehr Dimensionen macht einfach mehr Spaß. Ich begrüße deshalb den 3-D-Trend in allen Lebensbereichen, vom 3-D-Tisch bis zum 3-D-Fernseher. Nehmen wir etwa die Nintendo 3DS, die neue Spielkonsole mit 3-D-Effekt (rund 250 Euro). Endlich hat man beim "Streetfighter“-Ballern das Gefühl, dass einem die Kugeln wirklich um die Ohren fliegen. Überhaupt haben die Nintendo-Leute ziemlich dreidimensional gedacht. Zum Beispiel gibt es einen Beschleunigungssensor, mit dem man Figuren durch bloßes Kippen der Konsole steuern kann. Als 3-D-Fan freut man sich natürlich auch über die eingebaute 3-D-Kamera. Die Auflösung ist zwar ziemlich mäßig, aber dafür springt einen jedes Pixel einzeln an. Alle Dimensionen sprengt allerdings das Augmented-Reality-Feature (AR), das auch noch die physische Realität ins Spiel einbezieht. Die Kamera erzeugt dabei ein Livebild von der Umgebung. Über die mitgelieferten AR-Karten kann man dann zum Beispiel auf dem Schreibtisch angeln oder kleine Monster bekämpfen. Wenn einem die Räumlichkeit zu viel wird, ist es möglich, das Display auf zwei Dimensionen herunterregeln. Das wäre für die physische Realität auch zu überlegen. Immer nur drei Dimensionen - das finde ich, nun ja, auch ein wenig eindimensional.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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