Historische Interpretationspraxis

Feuilleton | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Anna Netrebko und Simone Dinnerstein machen Barockmusik, als hätte es die Originalklangbewegung nie gegeben

Musikkritik: Carsten Fastner

Ist das nun die neue Avantgarde? Oder doch nur Regression? Ist es ein überfälliger Befreiungsschlag gegen eine beinahe schon zum Dogma erstarrte Lehrmeinung? Oder schlicht Ignoranz gegenüber dem aktuellen Wissensstand?

Es ist jedenfalls kein Zufall, dass gerade zwei anregend irritierende Hochglanzprodukte erschienen sind, die ein spezifisches Phänomen der klassischen und besonders der barocken Musik neu zur Diskussion stellen; zwei Alben mit Musik des 18. Jahrhunderts, deren Interpretinnen bewusst hinter dem Status quo der längst omnipräsenten Aufführungspraxis zurückbleiben - und die damit die Frage nach der Interpretationsgeschichte neu aufwerfen:

Kann man (mittlerweile wieder) sinnvoll über all die historischen spieltechnischen Erkenntnisse hinweggehen, welche die Originalklangbewegung seit den 50er-Jahren so felsenfest in unseren Hörgewohnheiten

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