Prost!

Ein Kompott wird zum Erfrischungsgetränk

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Vöslauer "Gelbe Birne“

Stadtleben | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Startschuss für das neue Near-Water-Produkt "Gelbe Birne“ vom Mineralwasserabfüller Vöslauer war der Valentinstag. Mit etwas Verspätung klappte dann auch die Auslieferung beim Haus-und-Hof-Supermarkt. So passte sich der Geschmack ganz der Idee an, die dieser Tag propagiert wurde - Lieblichkeit ohne Ende. Auch wenn der Valentinstag auf eine lange Tradition verweist, ist klar, dass der Handel einen kräftigen wirtschaftlichen Impuls durch diese Material gewordene Liebesbekundung erfährt.

Jetzt hat es also auch die Getränkebranche erwischt - ganzjährig. Auf dem Nah-Wasser-Etikett hat man einen kleinen Text platziert, in dem die Gelbe Birne mit "prallen Kurven“ sich auf die Suche nach ihrer Gewürznelke macht, um eine "dufte Beziehung“ einzugehen. Dass Wasser einen erotisierenden Mehrwert braucht, führt uns das Konkurrenzunternehmen Römerquelle seit Jahren vor Augen. Hauptsache das Produkt stimmt. Die Vöslauer-Wässerchen hatten geschmacklich den vergleichsweise natürlicheren Touch, jedoch ein hausbackeneres Image. So passen Gelbe Birne und Gewürznelke nun aber derart perfekt zusammen, dass der Domina-Birne das Dekolleté überquellt. Der erste Schluck hat fast etwas Weichspülerartiges und steigt buchstäblich in die Birne. Was befremdlich wirkt, wenn man Vöslauer Zitrone-Ingwer oder die Bio-Limo-Linie kennt und schätzt. Bei der Mixtur von Getränken, die erfrischen sollen, eignen sich eher gegenläufige Geschmäcker, und nicht solche, die sich geradewegs in die Arme laufen. ms


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige