Laibach in Maribor

Steiermark | aus FALTER 12/11 vom 23.03.2011

Die slowenische Kultgruppe Laibach zeigt eine sehenswerte Retrospektive ihres bildenden Werks

Ausstellungskritik: Herwig G. Höller

Fünf junge Männer sitzen auf einer Bühne und schauen grimmig drein. Sie tragen Uniformen, die unweigerlich an das Dritte Reich erinnern. In der Mitte sitzt der Sprecher der Gruppe, er antwortet auf Fragen eines Journalisten und trägt ein Manifest vor. Originalität sei doch, sagt er, eine Illusion falscher Revolutionäre: "Unsere zentrale Inspiration sind Vorbilder, die ihrer Form nach keine Vorbilder sind: industrielle Produktion, Nazikunst, Totalitarismus, Taylorismus, Bruitismus und natürlich auch Disco.“ Wir schreiben den 23. Juni 1983, das jugoslawisch-slowenische Staatsfernsehen strahlt zur besten Sendezeit ein provokantes Interview mit Laibach aus. Das sorgt für einen Skandal und für ein vorübergehendes Verbot öffentlicher Auftritte der Gruppe.

Die legendäre Fernsehperformance ist aber auch ein zentrales Element einer großangelegten Retrospektive,

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