Buch der Stunde

Sex, Gewalt und schlechte Laune

Sebastian Fasthuber | Lexikon | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Die Wahrheit ist ordinär“, ließ Gustav Ernst (Jg. 1944) eine Figur in seinem Theaterdebüt "Ein irrer Hass“ sagen. Das ist 30 Jahre her, doch an der Gültigkeit dieses Befunds für das Werk des Wiener Autors hat sich seither ebenso wenig geändert wie an der Tatsache, dass seine Figuren ein irrer Hass umtreibt. Mit seinem jüngsten Roman, "Beste Beziehungen“, der einen Reigen fataler Verhältnisse schildert, steigert Ernst die Dosis nochmals. Was hier an seelischer und körperlicher Gewalt, Machtgelüsten und Missbrauch geschildert wird, ist nicht für zartbesaitete Leser gemacht.

Ernsts Figuren können nicht kommunizieren. Das heißt nicht, dass sie schweigen würden, im Gegenteil: Lisa redet ihren Franz permanent nieder. Selbst aus gutem Hause kommend, hat sie für ihren einfachen Verhältnissen entstammenden Mann Höheres als eine einfache Beamtenstelle vorgesehen. Der gemütliche Kerl wird über Jahre von ihren Aufsteigerfantasien gequält. Schließlich fügt er sich und wird

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