Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Die Redaktion erklärt sich selbst

Es ist Montagabend, und nichts deutet auf Außergewöhnliches hin. Ingrid Brodnig und Julia Ortner erzählen sich türkische Flüche, die sogar einem Seemann die Schamesröte ins Gesicht treiben würden (Materazzi-Faktor zehn!), und auch alle anderen Menschen in der Redaktion machen einen entspannten Eindruck. Dirk "Dirk“ Merbach ist mit seinem Learjet aus Deutschland angeflogen, um sich wieder einmal staunend anzusehen, wie "die Ösis“ das checken; Raphael "Murgh“ Moser schreitet die Treppe herab. Er hat eine sehr schicke Kappe auf und die Aura eines Mannes, der es gewohnt ist, einen verdammt guten Job zu erledigen, ohne darum gleich ein großes Gedöns machen zu müssen. Ein bisschen wundern muss sich Moser aber schon: erst halb zehn und schon fertig mit der Arbeit. Seltsam.

Das ist der Moment, in dem Wolfgang Kralicek und ich versucht sind, Geschichten aus dem Schützengraben zu erzählen: von den Zeiten, als man am Montag nur noch in die Bar gehen konnte, weil sonst nichts mehr offen hatte. Warum eigentlich? Kralicek sagt nur ein Wort: "Klebeumbruch.“ Genau. Und ich kann mich sogar noch an jene Epoche erinnern, in der noch kein Mensch mit schwappschutzbewehrten Kaffeebechern durch die Straßen hastete, man sich aber zu Mittag gemeinsam in damals öffentlich zugängliche Lokale begab, in denen einem Speisen ausgefolgt wurden, auf die heute circa die Todesstrafe steht: Bratwurst mit Pommes, Rahmherz, geröstete Leber - solches Zeug. Falls man Zeitzeugen in den Club 2 laden möchte: Michael Omasta und ich sind in der Redaktion unschwer zu erreichen. KN


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