Meinesgleichen

Knut ist tot, Hoffnung und Tiger leben

Falter & Meinung | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Es gibt hauptsächlich schlechte Nachrichten auf der Welt, der Journalismus, sind wir ehrlich zueinander, lebt von ihnen. An schlechten Nachrichten hat es uns in letzter Zeit nicht gefehlt. Knut ist tot, Owsley Stanley III. ist tot, Hiobsbotschaften kommen aus Fukushima, die politischen Hoffnungen von gestern begegnen uns heute auf den Gerichtsseiten, die Finanzspekulanten geben keine Ruhe, der Ölpreis steigt, und die Erde brennt an allen Ecken und Enden. Verzagt fragen sich Erdenbürger und Erdenbürgerin: Gibt es denn keine Hoffnung, keine einzige erfreuliche Nachricht?

Wer den Hindu aufschlägt, eine der großen englischsprachigen Zeitungen Indiens, wird belohnt. Knut mag tot sein, aber die Zahl der indischen Tiger steigt. Das nationale Projekt "India Tiger Estimation Exercise“ vulgo "Tiger Count“ ergab das. Umweltminister Jairam Ramesh präsentierte stolz die Zahlen: Statt 1411 im Jahr 2006 sind es 2010 wieder 1636 Tiger, unter Einbeziehung der Sundarbans, der bengalischen Mangrovenwälder, zählt man bereits 1706 Tiger - ein Zuwachs von zwölf Prozent.

Indien gilt im Allgemeinen nicht als Hoffnungsland von Tierschutz und Ökologie - der Nachholbedarf an Wachstum in Schwellenländern erlaube keine Kinkerlitzchen wie Umweltschutz, meint der wenig informierte Europäer. Dabei sind Ökoprojekte eine Hoffnung der indischen Landwirtschaft. Umweltminister Ramesh untersagte vor Jahresfrist die Aussetzung gentechnisch veränderter Melanzani.


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