Glosse 

Anfüttern verboten: das Ende der Schulnoten und die Korruption

Bildung

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Mak-Direktor Peter Noever bekam letzte Woche die Rechnung für die Partys präsentiert, die er auf Staatskosten im Museum veranstaltete: 173.000 Euro und die fristlose Entlassung. Gleichzeitig wird der ÖVP-Politiker Ernst Strasser dabei erwischt, wie er durch eine englische Zeitung "angefüttert“ wird. In pädagogischen Termini könnte man sagen: durchgefallen. Wenn nun die Abschaffung der Schulnoten beschlossen wird, könnte das auf die in ihrer Gewissensbildung zaudernden Schüler - die Peterchens und Ernstls - eine fatale Auswirkung haben. Statt einer Antikorruptionsbehörde in Form eines Lehrers müssen sie nun ihr Tun selbst bewerten. Sie werden sich nicht den strengen, gesetzestreuen Vater zum Vorbild nehmen, sondern die alles verzeihende Mutti: "Alles halb so schlimm, Ernstl!“


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