Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Verona Pooth, formerly known as Feldbusch, kann sich endgültig in die Tussi-Frühpension verabschieden. Ihre Epigonin Daniela Katzenberger, die herrliche Karikatur einer Blondine, hat ihr mit ihren neuen Sendungen ("Natürlich Blond“, Di, 20.15 Uhr, Vox) den Rang abgelaufen. Die 24-Jährige hat das Konzept der hübschen, unnatürlichen Frau, die sich als dümmliches Weibchen gibt, aber dahinter sehr schlau agiert, zu einer neuen Dimension weiterentwickelt. Katzenberger ironisiert sich die ganze Zeit selbst, während sie Sendungen dreht, Werbung macht oder in Shows auftritt. Immer schnoddrig, immer vulgär, spielt sie wie nebenbei mit Rollenbildern. Wenn sie etwa jetzt vor der Kamera einen Mann sucht und dabei auch massiv enttäuscht wird: Die Herren entpuppen sich als unmännliche Typen, die der Blondine alles recht machen wollen. Ödbären, befindet Katzenberger. Sie will lieber einen Kerl, der ihr "nicht ständig Zucker in den Arsch bläst“. Etwas bedenklich, aber auch erfrischend für die TV-Welt.


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