In Missouri sind alle Eichhörnchen auf Crystal Meth

Feuilleton | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Debra Grankis toll gespielte Romanverfilmung "Winter’s Bone“ verwischt die Grenzen zwischen Indie- und Hollywoodkino

Filmkritik: Joachim Schätz

An diesem Flecken im Süden von Missouri hat man sehr eigene Vorstellungen von Gastlichkeit: Wenn die 17-jährige Ree Dolly in der Großfamilie nach dem Verbleib ihres Vaters forscht, werden ihre Fragen schroff abgewehrt. Dafür bietet die Tante ihr einen Joint "für den Heimweg“ an, ein anderer Verwandter bereitet für seine Besucherin routiniert eine Linie aus weißem Pulver vor.

In dem unwirtlichen Landstrich am Ozark-Plateau, wo Daniel Woodrell seinen Roman "Winter’s Bone“ angesiedelt hat, ist Drogenhandel eine der wenigen profitablen Branchen. Die eingeschworene Hierarchie und Solidarität des verzweigten Dolly-Clans bildet das Fundament dieses Geschäfts. Die Alternative ist Subsistenzwirtschaft: Ree lebt mit ihren jüngeren Geschwistern und ihrer psychisch labilen Mutter von schmaler werdenden Vorräten, erlegten Eichhörnchen und

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