Stadtrand 

Der Linienbusrowdy vom Nordrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Wie heißt noch mal der Bus, der zum Möbelschweden am Nordrand fährt? Egal. Jedenfalls war er voll mit Leuten, die Regale dabeihatten, um sie umzutauschen, Schülern und Müttern mit Kindern. Eine Mutter mit drei Kindern - eines davon im Kinderwagen - fand den Fahrstil des Chauffeurs eher nicht so gut. Er solle, rief sie keck nach vorn, etwas aufpassen. Der Mann bremste hart, bog unsanft um die Ecken, beschleunigte so, dass sogar die Mutigsten sich nach Halt umschauten. Er möge, rief die Dreifache wieder nach vorne, erst einmal den Führerschein machen. Niemand im Bus reagierte. Bis auf den Busfahrer. Der bremste und warf kurzerhand die Vorlaute samt Kind und Kegel aus dem Bus. Sie schimpfte zwar ein bisschen, hatte es aber wohl doch mit der Angst zu tun bekommen. Die anderen Passagiere klammerten sich eingeschüchtert an Regalen und Schlaufen fest. Nur eine Frau sagte dem Linienbusrowdy, er sei aber echt nicht sehr schön gefahren. Und erntete dafür einen vernichtenden Blick. Interessant wäre: Liegt den Wiener Linien eine Beschwerde vor?


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