Prost!  

Zitronengras als Friedensstifter unter den heilenden Kräutern

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Zitronengrastee

Stadtleben | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Wenn von Kräutern die Rede ist, die eine heilsame Wirkung haben, dann stellt man sich zumeist auf einen vertrauten Geschmack ein, der eng mit Krankheit verbunden ist. Als da wären die aufdringliche Pfefferminze, die passiv-aggressive Kamille, der bräsige Salbei oder die stoische Brennnessel. Diese Kräuter aus regionalen Gefilden erfüllen ihre Aufgabe ganz ordentlich, ja, viel besser noch, wenn sie frisch geerntet und verarbeitet werden. Wenn man nun über die heimische Scholle blickt, dann gibt es ein Gräslein, das außerordentlich gerne im fernen Ostasien wächst. Das Zitronengras ist ein Gewürzklassiker der thailändischen und vietnamesischen Küche. Neben der Verwendung für die geschmacklich zart nuancierten Fleisch- und Fischgerichte, kann das Zitronengras auch für die Zubereitung von Tee herangezogen werden. Zitronengrastee!

Sagen Sie nicht, das wäre so 90er. Ja, Zitronengrastee schwappte mit der 5-Elemente-Küche nach Europa und wurde unreflektiert auf unsere Trinkgewohnheiten übertragen. Lassen Sie sich von diesem außergewöhnlichen Geschmack hinreißen. Die feinen geschmacklichen "Obertöne“, die an Zitrone und Melisse und an Rose erinnern werden perfekt kombiniert mit einem Bass, der hölzern und grün und leicht säuerlich an weite, saftige Wiesen denken lässt. Es ist ein Geschmack, der den Kopf frei macht und Aufregung lindert. Einen frischen Stängel waschen, in kleinere Stücke schneiden und halbieren. Mit heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Peace. MS


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