Die Welt ist nicht genug

Steiermark | aus FALTER 13/11 vom 30.03.2011

Zwischen Konstruktion und Abbild: Anmerkungen zu dokumentarischen Positionen auf der Diagonale 2011

Filmschau: Thomas Wolkinger

Zwischen dem Eröffnungsfilm, Nikolaus Geyrhalters "Abendland“, und Ivette Löckers Film "Nachtschichten“, der die Diagonale als Gewinner des Dokumentarfilmpreises beschloss, gibt es seltsame Parallelen. Geyrhalters Europa-Essay "Abendland“ startet mit dem nächtlichen Blick einer Überwachungskamera, die an der slowakisch-ukrainischen Grenze das Feld nach illegalen Grenzgängern absucht. In "Nachtschichten“ richtet ein Jäger, der auf seinem Hochsitz in einem Berliner Wäldchen nach Wildschweinen Ausschau hält, ein Nachtsichtglas direkt auf den Betrachter. Der doppelte Blick durch die Linse ist seit Dziga Vertovs "Der Mann mit der Kamera“ ein Klassiker des reflexiven Kinos, das den Blick auf die Kamera ebenso thematisiert wie den Blick der Kamera auf die Welt und auf das, was sie dort so vorfindet.

Dazu passt, dass beide Szenen, die dokumentieren wollen,

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