Ohren auf  

Three’s a Company, Not a Crowd

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Wenn das Streichquartett frei nach Goethe die Unterhaltung vierer vernünftiger Leute ist, was wäre dann das Klaviertrio? Das Ringen dreier höchst unterschiedlicher Charaktere um eine gemeinsame Sprache? Die Kunst besteht jedenfalls darin, die ganz unterschiedlichen Klanglichkeiten von Klavier, Violine und Violoncello zusammenzubringen, ohne zwei davon zu Begleitern des Dritten zu degradieren.

Gerade im hochkonzentriert disparaten Miteinander liegt der Reiz der Gattung und ihrer oft erstaunlich weiten Klangräume. Man hört das auch bei Robert Schumann, diesem genuinen Klavierkomponisten, der naturgemäß eher von seinem Instrument her dachte. Aber es braucht dafür schon kammermusikalisch so feinfühlige Solisten wie Leif Ove Andsnes, Christian Tetzlaff und Tanja Tetzlaff, die nicht nur die drei Klaviertrios und die "Fantasiestücke“, sondern auch eine kuriose Bearbeitung der "Sechs Stücke in kanonischer Form“ des Schumann-Freundes Theodor Kirchner eingespielt haben (Emi). Hinreißend!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige