Die ideale Partei für das verrohte Bürgertum

Politik | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Jutta Ditfurths Buch über die deutschen Grünen und deren neue Wählerschaft ist eine zornige Abrechnung von links außen

Rezension: Petra Sturm

Jutta Ditfurth ist eine der kritischsten Wegbegleiterinnen der deutschen Grünen, eine Ökosozialistin der ersten Stunde, eine, mit österreichischen Worten, "Fundamentalistin“. Deswegen ist für sie der Anfang vom Ende ihrer Partei in der Geburtsstunde der deutschen Grünen zu finden: in der Wandlung von klar von gemeinsamen Anliegen getragenen Bürgerinitiativen hin zur Partei.

Für die damalige Parteimitbegründerin, die 1991 die Grünen verließ, ist es geradezu unglaublich, mit welcher Naivität man als basisdemokratische Partei mit offenen Strukturen "das Scheunentor für zukünftige Polit-Karrieristen öffnete“. Und für sie ist das im Rückblick die vertane Chance der Ökobewegung.

Längs der historisch gewachsenen Grabenbrüche zwischen (Alt-)Linken und Realos zeichnet sie in ihrem zweiten Buch dann auch die grüne Parteigeschichte nach,

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