Mediaforschung  

Warum verlosen Sie Dates mit Engeln, Herr Rottschäfter?

Nachfragekolumne

Medien | Nathalie Grossschädl | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Schauplatz ist Split in Kroatien. Das beschauliche Treiben in der adriatischen Altstadt wird jäh unterbrochen, als plötzlich ein gefiedertes Etwas mit Höllentempo vom Himmel schießt und unsanft auf den Boden knallt. Ein wunderschöner weiblicher Engel mit Heiligenschein richtet sich mühevoll auf. Gleich darauf landet der nächste, weitere folgen: blonde, schwarz- und rothaarige Engel. Sie alle steuern auf einen jungen Mann zu, reißen sich den Heiligenschein vom Kopf und werfen ihm lüsterne Blicke zu. "Was ist da los?“, denkt sich auch der junge Mann. Die Rückblende zeigt: Er hat sich morgens mit Axe eingesprüht. Zum Schluss wirbt der TV-Spot damit, dass man ein Date mit einem der Engel aus der Werbung gewinnen kann. Auf der Axe-Webseite posieren die vier Models und laden zum Gewinnspiel ein.

Wie funktioniert denn so eine Verabredung mit einem Axe-Engel? "Die Gewinner reisen zu den jeweiligen Dates: Sie rocken mit Frances bei einem Konzert in London oder besuchen mit Magda das Formel-1-Rennen in Valencia“, sagt Lars Rottschäfter, Brand Manager von Axe. Er behauptet, der Spot sei nicht sexistisch: "Kampagnen der Marke Axe behandeln auf spielerische Art die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau. Dabei geht es stets mit einem Augenzwinkern um den bekannten ‚Axe-Effekt‘.“ Außerdem seien die Hauptzielgruppe nun mal Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren.

Auf die Frage, ob alle Engel lange Haare und Beine haben, antwortet der 34-jährige Hamburger, man sei bei der Kampagne nicht vom typischen Barockengel ausgegangen, sondern von mythologischen Fabelwesen. Schade, so ein pausbäckiges Barockengelchen hätte sicherlich für noch mehr Aufsehen gesorgt - und das Augenzwinkern wäre dann deutlicher herübergekommen.


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