Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Wenn du dein Kind nicht fernsehen lässt, dann schaut es sich später jeden Mist an - quasi Kompensationshandlung. Und wenn der pädagogische Fernsehentzug besonders schmerzlich war, wird dein Kind Fernsehkritikerin. Kein "Dallas“, kein "Dynasty“, ja nicht einmal "Am dam des“ durfte ich sehen, denn frühkindliches Fernsehen verbildet den Intellekt (danke, Papa). Die anderen Kinder haben mich ausgelacht, weil ich fernsehtechnisch ein Nullerl war. Heute aber, nach Jahren der Recherche, kenne ich das weite Land des TV - von seinem gescheiten Ende (Gert Scobel, der charmanteste Philosoph-Theologe der Welt, "Scobel“, 3 Sat, Do, 21 Uhr) bis zum beschränkten (Frauke Ludowig, "RTL-Exklusiv“, täglich, 18.30 Uhr). Fernsehen ist wie das Leben, da braucht man nicht nur das Geistreiche, sondern auch den Unsinn. Jetzt habe ich alles gesehen und kann loslassen. Aber wie Johnny Cash so schön sang: "We’ll meet again, don’t know where, don’t know when, but I know we’ll meet again some sunny day.“


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