"Ich bekomme jede Woche drei, vier Morddrohungen“

Medien | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Marco Schicker, Chef der ungarisch-deutschen Zeitung Pester Lloyd, über Ungarns neue Verfassung, mediale Exilgänge und letzte Reste einer großen Zeitungstradition

Gespräch: Joseph Gepp

Ein Berliner in Wien macht eine Budapester Zeitung: Marco Schicker, 39, ist seit zwei Jahren Chefredakteur der ungarischen deutschsprachigen Onlinezeitung Pester Lloyd. Er übernahm den Job von seinem Vater Gotthard. Dieser, einst ein Ostberliner DDR-Kulturpolitiker, kaufte nach der Wende 1994 um 400 US-Dollar den klingenden Namen Pester Lloyd. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Zeitung eine der führenden in Mitteleuropa gewesen. Von den Nazis missbraucht von den Kommunisten verboten, gründete Gotthard Schicker das Blatt schließlich als einen Ort profunder und parteifreier Osteuropa-Berichte neu. Sohn Marco, der heute zwischen Wien-Donaustadt und Budapest pendelt, stellte 2009 auf online um. Seitdem habe sich die Zahl der Leser auf etwa 120.000 pro Monat versechsfacht, sagt er - wohl auch, weil ständige


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