Vater unser, der du bist im Baum

Feuilleton | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

In Julie Bertucellis Film "The Tree“ glänzen die junge Morgana Davies, Charlotte Gainsbourg und der Titelheld selbst

Filmkritik: Michael Omasta

Es weint niemand, stellt Simone verwundert fest. So ist das, wenn Erwachsene traurig sind, erklärt ihr eine Schulkameradin altklug. Für die Achtjährige, deren Vater aus dem Leben gerissen wurde, ist das kein Trost. Doch sie tut es den Erwachsenen gleich und vergießt keine Tränen, sondern klettert stattdessen auf den Baum vor dem Haus.

"The Tree“ ist Julie Bertucellis erster Spielfilm seit "Depuis qu’Otar est parti“ (2003). Wieder geht es um ein Leben nach dem Tode. Damals gaukelten Tochter und Enkelin der Großmutter vor, dass ihr verstorbener Lieblingsenkel, besagter Otar, in der Fremde und wohlauf sei. Hier nun suchen eine Frau und ihre vier Kinder nach einer Antwort auf den erlittenen Verlust.

Der Film, das machen schon die ersten paar Bilder deutlich, ist nicht wirklich von dieser Welt. Ein orangefarbener Mond lächelt, zum Greifen


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