Ein Land im Kampf mit sich selbst

Feuilleton | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Früher hat Matt Beynon Rees als Journalist aus Palästina berichtet, heute schreibt er hochpolitische Krimis

Tatortbesichtigung: Sigrid Löffler

Man wird Omar Jussuf einen Amateurdetektiv nennen dürfen. Er ist ein dicklicher und unsportlicher Mittfünfziger, Geschichtslehrer von Beruf, der zwar keinerlei Befugnis, aber umso mehr Gelegenheit zur Verbrechensermittlung hat. Schließlich lebt er in einer der gefährlichsten Regionen und einer der gewaltsamsten Gesellschaften der Welt - in Palästina.

Omar Jussuf ist Direktor einer UN-geführten Schule in einem der palästinensischen Flüchtlingslager am Rande von Bethlehem, und Allah will es, dass dieser Mann ständig in Verbrechen hineinstolpert, an deren Aufklärung offenbar niemand außer ihm interessiert ist, am allerwenigsten die Behörden, die - Polizei ebenso wie Justiz und Sicherheitskräfte - allesamt korrupt und machtlos sind; ausgeliefert den Machtkämpfen der Palästinenserfraktionen von Fatah bis Hamas, vom islamischen Dschihad


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