Die Post-Pubertät in der Zeit von Post-9/11

Feuilleton | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

In "Ein Tor zur Welt“ erzählt Lorrie Moore mit der Stimme einer 20-Jährigen eine ebenso komische wie traurige Geschichte

Buchbesprechung: Klaus Nüchtern

Erwachsenwerden ist ein seltsamer Vorgang. Keineswegs ausgemacht scheint, ob und zu welchem Ausmaß der oder die Betroffene aktiv daran beteiligt ist, und so manchem gelingt es, sich bis ins hohe Alter darum herumzudrücken.

Coming of age heißt das auf Englisch, und das Thema ist im zeitgenössischen Kino dermaßen präsent, dass auch die deutschsprachige Filmkritik nicht mehr auf den Terminus verzichten kann. In der Literatur hieß das früher "Entwicklungsroman“, bloß dass die Vorstellung von seelischer und geistiger Reifung, die man noch im 18. und 19. Jahrhundert damit verband, im Zeitalter der kidults einigermaßen obsolet geworden ist.

Rein altersmäßig ist Tassie Keitjin, die mehr als aufgeweckte Ich-Erzählerin aus Lorrie Moores Roman "Ein Tor zur Welt“, längst in den weiten Gefilden der Postpubertät angelangt, die es


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