Die Welt als Skizze und Erzählung

Steiermark | aus FALTER 14/11 vom 06.04.2011

Das neue Heft des Comic-Labels Tonto ist mehr als ein Sammelband. Es ist ein Stück gezeichnetes Leben

Comic-Kritik: Thomas Wolkinger

Im November 2008 war im Falter zu lesen, das neue Heft von Tonto Comics werde "gerade fertig“. Im Nachhinein betrachtet muss man das als Falschmeldung bezeichnen. Denn erst vor wenigen Tagen ist das vorzeitig angekündigte Heft auch wirklich erschienen. "Nordpol“ heißt es, ist als Doppelheft mit einem beide Teile elegant verbindenden Cover angelegt, und darf angesichts seines im Vergleich zu früheren Tonto-Projekten imposanten Umfangs von achtzig feinst gearbeiteten und kolorierten Seiten und seiner unmittelbaren haptischen Qualitäten ruhig als Buch, ja, als Buchobjekt bezeichnet werden. Man spürt sofort, dass dergleichen nicht über Nacht entsteht.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Edda Strobl und Helmut Kaplan, die vor zehn Jahren mit "Genossen“ das erste "große“ Tonto-Heft produzierten, in der avancierten europäischen Comicszene inzwischen

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